21.02.2019

von B° RB

Medaille für besondere Verdienste um die Bayerische Gastlichkeit

Gertraud und Georg Maul aus Kirchensittenbach erhalten die „Medaille für besondere Verdienste um die Bayerische Gastlichkeit“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums. Das Ehepaar hat gemeinsam mit dem Verschönerungsverein Hohenstein und Umgebung e.V. im ehrenamtlichen Einsatz die Sanierung der Burg Hohenstein durchgeführt, die rund 15 Jahre dauerte

Georg und Gertraud Maul mit Ministerialdirigentin Dr. Sabine Jarothe (rechts)

Im Rahmen der Reise- und Freizeitmesse f.re.e in München erhielten die Hohensteiner „Burgherren“ die Medaille am 20. Februar von Ministerialdirigentin Dr. Sabine Jarothe, Leiterin der Abteilung Tourismus im Wirtschaftsministerium. Zu den ersten Gratulanten gehörten Bürgermeister Klaus Albrecht, der mit Familie Maul nach München zur Verleihung angereist war, und Bernd Hölzel, Leiter der Kreisentwicklung im Landratsamt, der die Glückwünsche und ein Geschenk von Landrat Armin Kroder überbrachte. Ganz besonders freuten sich die Mitarbeiterinnen des Nürnberger Land Tourismus, die Familie Maul für diese Auszeichnung vorgeschlagen hatten. „Wenn es jemand verdient hat, dann diese  beiden“, so die einhellige Meinung im Team.

Gertraud Maul setzt sich seit 1992 als Schriftführerin des Verschönerungsvereins Hohenstein und Umgebung e. V. für die Belange der Burg Hohenstein ein und pflegt den Kräutergarten im Innenhof, den die Mitglieder des Vereins angelegt haben. Ihr Mann Georg wurde 1998 zum Vorsitzenden gewählt. Seither gönnt sich das Ehepaar nicht einmal einen längeren Urlaub. „Es gibt ja täglich zu tun auf der Burg“, sagt der Vorsitzende, und seine Frau fügt hinzu: „Es ist viel Arbeit, unser  Privatleben kommt ziemlich zu kurz.“ Sie organisieren das jeden Sommer stattfindende Musikfest, Verkaufsausstellungen regionaler Künstler, Lesungen und Konzerte in der Burg. Gemeinsam mit dem Verein trieben sie die Sanierung der Festung voran, die insgesamt 15 Jahre dauerte und von Freistaat, Europäischer Union, dem Landkreis Nürnberger Land, der Gemeinde Kirchensittenbach, der Sparkasse, der Raiffeisenbank und nicht zuletzt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit rund 3,75 Millionen Euro gefördert wurde. Das Projekt verlief nicht ohne Komplikationen: Während der Arbeiten stürzte die äußere Schale der Palas-Südwand ein, ein etwa 40 Quadratmeter großes Loch entstand in der Mauer, der Schutt musste von den steilen Hängen des Burgangers abgesammelt werden. Aber nicht zuletzt dank des Einsatzes des Ehepaars Maul stemmte der kleine Verein mit knapp 50 Mitgliedern auch diese Herausforderung.

Heute sorgen die beiden Ehrenamtlichen persönlich dafür, dass die Burg für Gäste zugänglich ist. Sie kümmern sich um die Beleuchtung und die Reinigung der Räume, zu den Öffnungszeiten der Burg (März bis November an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr) übernehmen sie immer wieder Dienste an der Kasse und mittwochs und samstags von 11 bis 17 Uhr kann man sich den Schlüssel zur Feste direkt bei ihnen zuhause abholen. Neben all diesen vielfältigen Aufgaben bietet Georg Maul natürlich auch Führungen durch „seine“ Burg an, die mit ihrer Lage auf einem 634 Meter hohen Berg der höchste bewohnte Ort Mittelfrankens ist, mindestens 853 Jahre alt ist und, anders als man bei ihrem wildromantischen Aussehen vermuten würde, nie eine Ritterfestung, sondern immer ein Amt war. Heute finden hier auch Trauungen und Hochzeiten statt – dank der Ehrenamtlichen, die für ihren Einsatz mit der Gastlichkeitsmedaille geehrt wurden. 

Die „Medaille für besondere Verdienste um die Bayerische Gastlichkeit“ wurde erstmals 1982 im Zusammenhang mit der Preisverleihung zum Wettbewerb „Unser gastliches Bayern“ verliehen. Seither erfolgt die Verleihung einer Silbermedaille mit Urkunde in der Regel einmal jährlich an Personen, die sich durch ehrenamtliche Tätigkeit um das Wohl der Gäste in Bayern verdient gemacht haben.

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